My home is my castle!

Donnerstag, 9. Mai 2019

Die ersten 3 Wochen, die ich in Addis verbracht habe, haben mir die Fröschls, ein deutsches Ehepaar von denen ich davor nichts gewusst habe, und die ich auch bisher nie gesehen habe, ihr Haus, weil sie im Urlaub waren, kostenlos zur Verfügung gestellt! Das war echt großartig, vielen Dank!

In dieser Zeit war ich immer wieder mit tatkräftiger Unterstützung auf Wohnungssuche. Was einem da unter dem Begriff Wohnung angeboten wird, ist für einen verwöhnten Europäer unglaublich. Das Problem ist dabei für mich nicht, dass der Standard in keinster Weise mit unserem Niveau vergleichbar ist, es ist mehr die Tatsache, dass die Wohnungen trotzdem soviel kosten, als wären sie in Wien im 1. Bezirk. Man kann hier, wenn man anständig wohnen will, auch 15.000€ pro Monat bezahlen, denn gibt bei der Mietzinsberechnung einen Multiplikator (ich schätze mal Faktor 5) für die Hautfarbe. 

Ich brauch den ganzen Luxus nicht, es geht ohne Kühlschrank, es geht ohne Waschmaschine, es geht ohne... aber wenn beim 3. Besuch zugegeben wird, dass es zwar eine Dusche, aber doch kein Wasser gebe, so darf man mir nicht böse sein, wenn ich den Mietvertrag nicht unterschreibe. Die Vermieter haben es dann, nur weil ich ein wenig Druck gemacht habe, tatsächlich geschafft, binnen weniger Tage einen Wassertank und somit fließendes Wasser zu organisieren. Jetzt kann man behaupten, ich agiere typisch europäisch, stimmt aber aus meiner Sicht überhaupt nicht. Erstens muss ich für meine bescheidene kleine Wohnung ungefähr 3x soviel bezahlen, als eine durchschnittliche Familie hier monatlich verdient (sehr sehr viele haben aber nicht mal eine geregelte Arbeit) und zweitens haben die Vermieter (und die sind wahrlich nicht arm) endlich ihren Arsch in die Höhe bekommen und eine Basis dafür geschaffen, dass sie auch in Zukunft eine anständige Miete verlangen können. 

Heute bin ich in mein möbliertes Appartement eingezogen und siehe da, meine Bettwäsche ziert ein alpines winterliches Motiv! Großartig!