Die Sache mit dem Emotionskonto

Samstag, 13. April 2019

Angefangen hat das Ganze vor etlichen Jahren in der Mongolei:

Ich bin mit einem Dänen, der als Architekt für die Stadtplanung in Ulan Bator gearbeitet hat, bei einem Bier gesessen. Er habe, so hat er mir erzählt, vor vielen Jahren mit seiner Familie gemeinsam ein Emotionskonto eingerichtet, das parallel zum Bankkonto geführt werde und ebenso wichtig sei. Daher habe er seinen Job in Kopenhagen gekündigt und sei seit vielen Jahren mit seiner Frau und den 4 Kindern an den verschiedensten Orten dieser Welt tätig (er arbeitet meist für internationale Organisationen).

Es läuft darauf hinaus, dass wir uns damals einig waren, dass es gar nicht so sehr darauf ankommt, wie hoch das Plus auf dem Bankkonto ist, sondern vielmehr darauf, welche Erfahrungen wir im Leben sammeln und welche Emotionen wir teilen können, wie also der Kontostand auf dem Emotionskonto ist.

„Erlebnisse" kann man sich natürlich kaufen, wenn man zB für´s Wochenende nach Paris fliegt, wenn man meint, man müsse Bungee jumpen, sich irgend etwas luxuriöses kauft etc. Leider ist dabei nicht garantiert, dass das Geld, das dafür vom Bankkonto abgebucht werden muss, auch tatsächlich als bleibende Erinnerung auf dem Emotionskonto landet. Einfacher und sicherer ist es da, man verlässt zwischendurch mal die Komfortzone, taucht in eine fremde Kultur ein und sammelt Leben! Und darum Addis Abeba!